Musik & Video

(eine Auswahl)

Meine Videos im Laufe der Jahre:

Mein erstes Video, das ich damals (mit knapp 21 Jahren) möglichst professionell herstellen wollte - im Rahmen meiner amateurhaften Möglichkeiten.

Ich war einem örtlichen Filmclub beigetreten, weil ich dort hoffte Gleichgesinnte zu finden (tatsächlich waren dort primär Männer über 50 vertreten, die mit professioneller Filmarbeit so viel am Hut hatten wie eine Kuh mit Klavierspielen). Einer der Mitglieder lieh mir freundlicherweise seine VHS-Kamera, die per Kabel mit einem tragbaren Recorder verbunden war und ermöglichte mir auch den Schnitt an seinem Schnittplatz zuhause. Es war eine andere Zeit. ;)

Mein Freund Christof spielt den Rambok mit Elan und trägt durch seine subtile Charakterisierung des vom Guerillakrieg in den Wäldern rund um den Bodensee geschundenen Helden, der erst in seinem Zuhause wahren Seelenfrieden findet, zur Authentizität dieses Antikriegsdramas bei.

Die "Stuntfahrerin", seine Cousine, diente zugleich als Ersatz für eine Kamerafahrt, indem ich mich in den offenen Kofferraum des fahrenden Autos setzte. (In einer Einstellung sieht man die Abgase, die an Christof vorbeiziehen, als ob seine Stiefel vom vielen Rennen qualmen würden.

Obwohl wir beim Dreh nur zu dritt waren, hat das Ganze enorm viel Spaß gemacht. Ich hoffe, nicht nur mir.

Hier bekam ich einen ersten Vorgeschmack in Sachen Filmsprache - danach hatte mich dieses Medium voll im Griff.

Monkey business at work...

(nach und nach folgt mehr...)

Rambok der Unersättliche (etwa 1989)

Eine kleine erste Fingerübung - Amateur-Action gepaart mit Albernheit.

(und nein - kein Porno!)

Kakophonie (1995)

Eine Art Großstadtsinfonie, mit Schlager und Gehirn.

Mein zweites Video.

Wenige Monate zuvor hatte ich meine Ausbildung bei der BMG in München angetreten und war in einem Wohnblock in der Hans-Thonauer-Straße untergekommen. Dieses Umfeld, inklusive meines 15-Quadratmeter-Wohnklos inmitten Dutzender identisch geschnittener "Apartments", bereitete den Boden für diesen schwarzhumorig-bitteren Kommentar zum Großstadtleben (auch wenn München von meinem Empfinden her eher ein riesiges Kuhkaff mit absurd überzogenen Ambitionen darstellte - Bescheidenheit ist ja bis heute nicht unbedingt ein Wort, das im lokalen Wortschatz zu finden sein dürfte :D ).

Meine Freunde Stephan und Dirk, die ebenfalls aus der Bodenseeregion stammten (mit Stephan war ich schon einige Jahre eng befreundet gewesen), waren ebenfalls Bewohner dieses... Etablissements und lieferten ihren Beitrag zu dem Film.

Die Aufnahmen in der U-Bahn waren insofern abenteuerlich, als dass wir zu dritt (Dirk als Hauptdarsteller, Stephan als Nebendarsteller und ich als Kameramann, Regisseur, weiterer Nebendarsteller und so ziemlich alles Andere) geplant hatten, morgens direkt nach Öffnung der U-Bahnhöfe um vier Uhr unsere Szenen zu drehen. - Was wir natürlich NICHT hatten, war eine Drehgenehmigung. - Und so war die U-Bahn-Polizei München doch ein wenig irritiert, als drei Personen - zwei mit Kamera und Stativ und die dritte mit einer Pistole - frühmorgens in einem der menschenleeren Bahnhöfe zugange waren. - Glücklicherweise schaltete ich recht schnell und entfernte noch die Platzpatrone aus dem Magazin, und Stephan erklärte den beiden Beamten, die sich uns mit Bedacht und Hand an der Dienstwaffe näherten (wahrheitsgemäß), dass wir in unserer Naivität überhaupt nicht daran gedacht hatten, uns eine Drehgenehmigung zu besorgen und flunkerte geistesgegenwärtig dazu etwas von wegen "Aufnahmefilm für die Filmhochschule". - Die beiden Polizisten waren sichtlich froh, dass es sich bei uns nicht um irgendwelche schrägen Psychos handelte - zumindest nicht dem offensichtlichen Verhalten nach :D - und gaben die Infos an die Zentrale weiter, woraufhin sie uns ans Tageslicht begleiteten.

Zwei Wochen später konnten wir dann - brav und hochoffiziell mit Genehmigung der Stadtwerke - unsere Dreharbeiten durchführen, inklusive des "Money Shot" am Ende. - Dafür hatte ich Kirschsaft mit Haferflocken vermischt und in ein Kondom gefüllt, welches zu einer Blase verknotet auf den Deckel eines Essiggurkenglases geklebt wurde. Dieser wurde an Dirks Hinterkopf befestigt, mit einem "Zweierkracher" zwischen Kirschsaft-Haferflocken-Blase und Schraubdeckel. - Zisch-Bumm-Platsch. - Wie bei den Profis. :D

Die Tonmischung erledigte dann Stephan, der zu jener Zeit seine Ausbildung zum Toningenieur an der SAE absolvierte.

Bis heute finde ich den Film für das, was er ist, ziemlich gelungen, trotz des etwas schleppenden Tempos. - Die Bildqualität ging leider nicht besser, denn dummerweise hatten wir nur noch eine VHS als Master, als ich das Werk zwölf Jahre später auf YouTube packte.

Lucky Man (1995)

Rigatoni alla Tarantino.

Die Erfahrungen in Sachen Kunsthirn, die ich bei "Kakophonie" sammeln durfte, kamen mir auch hier zugute.

Im Sommer hatte ich Tarkan kennengelernt, der nicht nur ähnlich filmbegeistert war wie ich, sondern auch noch in einer Videothek arbeitete und Lust auf ein gemeinsames Projekt hatte.

In Reminiszenz an Tarantinos "Pulp Fiction", den wir beide mochten, schrieb ich das Skript - und dank einer abwaschbaren Klebetapete blieb die Wohnung von Tarkan und seiner damaligen Freundin trotz des erfreulich drastischen Splatter-Effekts unbeschadet.

Auf die (eigene) Musik bin ich recht stolz, sie hat etwas Melancholisches und Dramatisches, das nicht unbedingt an die darstellerischen Fähigkeiten der beiden "Schauspieler" heranreicht. ;) - Wieder einmal war das Budget nahe Null, und meine Connections zu Freunden, die im Bereich Editing und Synchronisation tätig waren, erlaubten mir in diesem Fall eine fast professionelle Nachbearbeitung. Gedreht und vorgeschnitten wurde auf S-VHS, der finale Schnitt erfolgte dann sogar auf Digital Betacam. Doch leider ist in den diversen Umzügen der folgenden Jahre das Master abhanden gekommen.

Pizza Driver (1995)

Noch ne Reminiszenz.

Im Rahmen einer Fortbildung namens "Film- und Medienmanagement" in Köln durften mein Kollaborationspartner Stefan Hilse und ich 1998 mit Unterstützung einer örtlichen Videoproduktionsgesellschaft einen Kurzfilm herstellen.

Die Idee war Gemeinschaftsarbeit, der Rest ist zum größten Teil auf meinem Mist gewachsen (Stefan weiß das auch :D ).

Gedreht haben wir auf Beta SP, der Kameramann hat sich bei dem Dolly-Zoom auf mich ziemlich einen abgebrochen - kein Wunder, denn normalerweise entsteht der Effekt (danke, Alfred Hitchcock!) durch einen Zoom vorwärts oder rückwärts, während sich die Kamera auf einem Dolly in die entgegengesetzte Richtung bewegt. Und das in gleicher Geschwindigkeit. - Und das nun bitte ohne Dolly und jemanden, der das Ding zieht - sondern einfach aus der Hand. - Dankeschön.

Für einen Nachmittag Arbeit ist das Ding auch ganz okay geworden, finde ich.

Rotkäppchen und der böse Wolf (2004)

"Schock für Rotkäppchen! - Was damals wirklich im Wald geschah!"

Mein zeichnerisches Talent bewegt sich in Sachen Darstellungskunst zwischen Drittklassiger Ottifanten-Kopist und Ambitionierter Grundschüler.

Um dies zu beweisen, hatte ich mir 2004 ein paar Grundlagen der Software Swish angeeignet, mir der man Stop-Motion-Filmchen im damals total hippen Flash-Format erstellen kann.

Das ist eins der zwei daraus entstandenen Werke, in diesem Fall basierend auf einem urdeutschen Märchenklassiker... und einem in meinen Augen sehr gelungenen Witz. Schlechte Zeichnungen, Pipi-Kaka-Humor und holprige Animation meets Brothers Grimm. - "South Park" lässt grüßen! :D

Man wird den bösen Wolf danach wohl nie wieder mit den selben Augen betrachten.